Zweinutzungshühner und Bruderhähne

Gegen Kükentötung und Vorselektion der Eier. Das Konzept der Zweinutzungshühner und die Bruderhahn-Initiative haben bei diesen Themen einen wichtigen Einfluss. Wir erklären Euch was dahinter steckt.

Vielfalt

Zweinutzungshuhn

Die Henne legt Eier, der Hahn setzt Fleisch an. Klingt logisch. Ist aber nicht gängige Praxis. Warum? Bio-Hähnchenfleisch und Eier sind gefragt wie nie. Doch wie bei der konventionellen Hühnerzucht wurde auch bei Bio-Hühnern vor allem auf maximale Lege- oder Fleischleistung gesetzt. Und das kommt mit bitterem Beigeschmack: Bruderküken von Legehennen, sind “überflüssig”  und werden getötet. Hähne setzen so große Brustmuskel an, dass sie nicht laufen können. Bio-Fleisch fängt also nicht erst bei den Haltungsbedingungen an, sondern schon bei der Züchtung. Deshalb setzt die ökologische Hühnerzucht auf Rassen, die sowohl für Eier als auch für Fleisch geeignet sind. Das sogenannte Zweinutzungshuhn. Ein Kompromiss aus Masthähnchen und Legehennen, wo jedes Tier seinen Platz hat. Hennen und Hähne derselben Zuchtlinie, die gemeinsam aufwachsen und dabei Eier und Fleisch erzeugen. Das bedeutet natürllich weniger Eier und Fleisch pro Tier, aber dafür gesündere Hühner, eben weil sie weniger leisten müssen und es erfolgt kein Kükentöten oder Vorabselektion im Ei.
Der Biolandhof LohmannsHof im Aller-Weser-Dreieck zwischen Bremen und Hannover stellt dieses Jahr auf Zweinutzung um. Seit Anfang Mai sind in ihren Mobilstall die Zweinutzungshühner mit den wohlklingenden Namen „Cream“ und „Coffee“ der Ökotierzucht gGmbH eingezogen.

Was sind Bruderhahn-Initiativen?

Im Einzelhandel werden häufig Eier mit der Kennzeichnung “Bruderhahn-Aufzucht” verkauft. Bruderhähne sind die Brüder der Legehennen. Diese Hennen werden hauptsächlich für eine hohe Legeleistung gezüchtet. Dementsprechend setzen die Brüder dieser Hühner im Gegensatz zum Zweinutzungshuhn nur sehr wenig Fleisch an, was die Mast aus wirtschaftlichen Gründen normalerweise nicht rentabel macht. Bei diesen Initiativen werden ebenfalls die männlichen Küken aufgezogen, es handelt sich bei den Hühnerrassen aber nicht um Zweinutzungshühner, sondern um herkömmliche Nutzrassen. Durch den Verkauf der Bruderhahn-Inititativ-Eiern wird die Mast der Hähne unterstützt und der zusätzliche  Ertrag macht es möglich, dass die Bruderhähne mit aufgezogen werden können.