Partner-Schnack auf dem Wilkenshoff

Wir waren für unseren Partner-Schnack bei Ulrike auf dem Wilkenshoff
– es war uns ein Fest und eine Parade der Vielfalt!

 

Liekedeeler auf dem Wilkenshoff

Endlich können wir wieder Hofbesuche machen! Und dann haben wir noch so ein Glück, denn im Laufe unseres Besuches kommt mehr und mehr die Sonne raus, sodass wir uns am Ende kaum lösen können, weil es so idyllisch ist. Aber von Anfang…

Der Wilkenshoff liegt südwestlich von Hamburg, unweit von Hollenstedt, und ist, ohne das gestrige Verkehrschaos, in ca. 45min aus Eimsbüttel zu erreichen. Die Geschichte des Hofes ist lang, denn Ulrike Cohrs führt den Hof in 13.(!) Generation und ist darunter die 7. Frau. Mehr dazu lest ihr in unserem Partnerprofil.

Der Hof besteht aus mehreren alten Bauernhäusern, wunderschön saniert und erhalten, die sich alle um den Hofplatz säumen. In der Mitte ein alter Baum. Und wenn man um die Ecke schaut, sieht man das liebevoll gestaltete Café und dahinter den Traum aller Eltern – ein gut ausgestatteter Spielplatz, in Sichtweite des Cafés.

Es wird schnell klar, dass es hier viel zu gucken gibt. Wir starten fulminant und fahren mit dem Trecker und Anhänger direkt zum Feld. Die Fahrt ist nicht nur für die Kinder an Bord aufregend. Wir sitzen auf Heuballen und werden über die Feldwege geschaukelt. Die Kinder vom Hof nehmen es mit alltäglicher Gelassenheit, die Kinder aus der Stadt staunen mit großen Augen und zucken beim Losfahren des Treckers etwas zusammen.
Ulrike führt uns sodann über ihre Felder. Wir dürfen Möhren ernten und direkt essen. Alle sind tatkräftig dabei. Dann geht’s weiter zur Roten Bete, Ringelbete, Gelben Bete und vielen mehr. Hier lernen wir etwas über vielfältige Sorten und dass sie auf dem Wilkenshoff die Vielfalt so lieben. Das Gefühl wird uns über den Tag weiter begleiten. Währenddessen schlummert der Kohl noch unter weißem Flies, um vor dem Kohlweißling geschützt zu sein. Bald ist auch seine Zeit so richtig gekommen.

Zurück auf dem Hänger bestaunen wir unsere geernteten Schätze, während wir zurück zum Hof schuckeln. Ulrike zeigt uns während der Fahrt noch die verschiedenen Kartoffelsorten. Es gibt sogar blaue und rosa Kartoffeln und welche, die aussehen wie sieh heißen: Bamberger Hörnchen. Fragen an Ulrike gibt es auch zuhauf, z.B. wie es mit der konventionellen Landwirtschaft in der Region ist, wie ihre Umstellung erfolgte und wie man denn die bunten Kartoffeln nun am besten zubereiten kann. Die Antworten sind fundiert, voller Erfahrung und Leidenschaft für die biologische Landwirtschaft. Das ist immer wieder faszinierend, denn Menschen wie das Team auf dem Wilkenshoff machen so elementare Arbeit, die beim Gang durch den Supermarkt oft vergessen wird. Deshalb sind uns Hofbesuche so wichtig, denn die Kartoffeln, Beten und Zucchinis werden von unseren Teilnehmer:innen nun sicher mit einem anderen Blick verspeist.

Angekommen am Hof lassen wir uns an dem für uns gedeckten Liekedeeler-Tisch unter einer großen, alten Eiche nieder. Es gibt Kaffee und Kuchen. Wir tauschen uns aus – über Gemüseanbau, das Gesehene und Gehörte. Die Kinder spielen auf dem Spielplatz und schnabulieren den überaus leckeren Kuchen nur zu gern.

Nun streifen wir weiter über den Hof. Ulrike führt uns zu den Schweinen, von denen es hier auch mehrere Rassen gibt, wie Bunte Bentheimer und ungarische Wollschweine. Letztere sollen sogar so zahm sein, dass sie sich direkt hinschmeißen, wenn man anfängt sie zu kraulen, so berichtet Ulrike. Wir haben es nicht direkt getestet aber beobachten können, wie sich die Tiere teilweise in gemütlicher Seitenlage genüsslich über ihr frisch gefüttertes Gras hermachen. Weiter geht’s durch das Gewächshaus für Tomaten und zum Kräutergarten. Hier wächst so eine Fülle an Sorten, dass sie kaum zu rekapitulieren sind. Besonders beeindruckt hat uns der leuchtende Amaranth. Ihr kennt ihn vielleicht als gepuffte hellgelbe Körner im Müsli. Die Pflanzenblüten leuchten violett und werden als Blütenmischung auf dem Wilkenshoff vertrieben. Auch die Tomatillo, eine Art der Physalis, die wie eine Kreuzung aus jener mit einer Kirschtomate aussieht und schmeckt, hat für Begeisterung gesorgt. Wahnsinn, was die Natur hervorbringt und wie wenig wir als Konsumenten über deren Anbau wissen, so staunen wir gemeinsam.

Die Sonne gibt nochmal alles auf unseren letzten Streifzügen durch die Beete. Alles wird in warmes goldenes Licht getaucht und bekommt eine Stimmung, die uns fasziniert innehalten lässt. Doch wir hören über den Tag auch von den Herausforderungen des Wilkenshoff, die an solch einem Nachmittag fast in Vergessenheit geraten. Alles scheint so friedlich, idyllisch und perfekt. Aber Personalmangel plagt auch den Wilkenshoff, wie so viele andere Landwirt:innen. Die Hofgröße ist auch eine Herausforderung. Sie sind etwas zu klein, um den Großhandel dauerhaft zu beliefern, aber auch zu groß als dass sie ohne zusätzlichen Vertrieb klarkommen. Auch die Werbung für ihre tollen Produkte braucht Ressourcen, die sie im Moment kaum haben. Dazu die Probleme, die manche Wetterlage mit sich bringt. Doch auch hier ist Vielfalt und biologische Landwirtschaft zumindest ein Teil der Antwort. Sie gibt Resilienz. Potential sehen wir gemeinsam auch in der Regionalwert AG. Neben Austausch können und wollen wir als Liekedeeler eben auch die Vermarktung der Wilkenshoff Produkte unterstützen und sie Euch im Shop anbieten.

Und wer denkt, dass es auf dem Land keine Kultur gibt, der irrt. Da am selben Wochenende die HeideKultour stattfindet, haben Ulrike und ihr Team auch noch ein Theaterstück vom Hermannshoftheater und am Abend eine kleine Band organisiert. Zusammen mit der Abendsonne und den Heuballen macht es eine ganz besondere Stimmung. Wir sammeln unser Gemüse ein, streifen ein letztes Mal durch den Hofladen und reißen uns los – mit den letzten Sonnenstrahlen und etwas müden Kindern.

Wir sagen Danke an Ulrike, Claus und das gesamte Wilkenshoff-Team für diesen inspirierenden Nachmittag und freuen uns auf viele weitere Besuche und die wunderbaren Produkte des Wilkenshoff!!

Wilkenshoff Hofladen
Fahrt auf die Felder
Gemüseernte
Ulrike Cohrs mit Gemüsevielfalt
Wilkenshoff Hofcafé
Wollschwein
Amaranth
Tomatillo
Tomatenvielfalt
Kathrin und Julia mit Ulrike

Lest mehr über den Wilkenshoff in unserem Partnerprofil.

Warum der Partner-Schnack?

Wir haben schon länger darüber nachgedacht, wie wir neben unseren wunderbar regionalen Produkten mehr Einblicke und Verbindungen ermöglichen können. Unsere Liekedeeler Jubiläumsfeier hat uns darin nochmal bestätigt: Ihr wünscht Euch mehr Hintergrundwissen, v.a. aus der Landwirtschaft. Wer stellt die Produkte her? Was bewegt die Erzeuger:innen, was fordert sie gerade heraus? Was ist die Idee hinter den Produkten? Denn erst so kann eine andere Verbundenheit zu den Lebensmitteln entstehen. Unser Stichwort dazu: Gemeinschaftsaufbau.

Was wollen wir tun? Wir möchten Formate – online und vor Ort – etablieren, die die Lebensmittel und ihre Erzeuger:innen in den Mittelpunkt stellen. Das sind online-Formate wie der Partner-Schnack oder Hofbesuche. Darüber hinaus möchten wir zu Themen wie bspw. Regionalität, Landwirtschaft, Transparenz mit Euch und Expert:innen auf diesem Gebiet in den Austausch kommen.

Unsere Intention: Wir schaffen offene Räume, in denen von inspirierenden Gedanken bis hin zu Kooperationen und Projekten alles entstehen darf. Wir verstehen uns als Raumhalter:innen, verbindendes Element und Impulsgeber:innen.

Unser Motto bleibt: Teilen mit Freu(n)den!